Was ist Aikido?
Was ist Aikido?


Die Bedeutung der japanischen Schriftzeichen lässt sich direkt aus den Zeichen selbst erschließen. Die Bezeichnung Aikido formt sich aus den Zeichen für:

Ai „Harmonie“
Ki „Lebensenergie“, „universelle Energie“
Do „Lebensweg“

Jedes der drei Prinzipien wird im Aikido als gleichwertig betrachtet was sich auch in der japanischen Sprache zeigt, in der die drei Silben gleich betont werden. Die Bedeutung des Wortes kann man auf unterschiedliche Art und Weise interpretieren. Übersetzt ins Deutsche könnte man Aikido als „Weg zur Harmonie der Kräfte“ oder auch „Der Weg der Harmonie mit der Energie des Universums“ bezeichnen.

Die Philosophie des Aikido

Aikido versteht sich als klassische Kampfkunst. Sowohl seine Körperhaltung als auch seine geistige Einstellung soll der Aikidoka dadurch schulen. Das zentrale Prinzip des Aikido ist es, die Energie die der Angreifer durch seinen Angriff mitbringt so umzuleiten, dass sie auf diesen selbst zurückfällt. Dabei wird der Angreifer vor allem durch kreis- und spiralförmige Bewegungen in eine Drehung versetzt in der er seine Mitte und damit sein Gleichgewicht verliert. Entsprechend der Philosophie des Aikido wird dem Angriff nicht mit Aggression begegnet, vielmehr ist das Ziel die beiden gegensätzlichen Energien zu einer harmonischen Bewegung zusammenzuführen. Die Verteidigung richtet sich damit nicht gegen die Person des Angreifers, sondern gegen den Angriff selbst.

„Verneige dich vor deinem Gegenüber, wenn er vor dich tritt - schicke ihn auf seinen Weg, wenn er dich verlässt“. ( Ueshiba Morihei, Begründer des Aikido)

Ueshiba entwickelte mit dem Aikido eine rein defensive Kampfkunst die Rücksicht auf das Recht der körperlichen Unversehrtheit jedes Menschen nimmt, auch wenn es sich dabei um einen Angreifer handelt. Die Wurzeln des Aikido liegen aber in unterschiedlichen Kampfsportarten. Trotz allem sollte man also nicht vergessen, dass Aikido auch eine „Kampf“-kunst ist.

Geschichte des Aikido


Morihei Ueshiba

(Bildquelle: http://www.flickr.com/
photos/aikime/2337796085)

"Im Aikido gibt es keine Kämpfe. Ein wahrer Krieger ist unbesiegbar, weil er den Kampf ablehnt. Aikido bedeutet, den zum Kampf strebenden Geist in uns zu besiegen."

Dies ist ein Zitat von Morihei Ueshiba (14.12.1883-26.4.1969), dem Begründer des Aikido. Morihei Ueshiba begann bereits in jungen Jahren mit dem Studium verschiedenen Budo-Disziplinen und brachte es zum Meister in unterschiedlichen Schwertkampfformen sowie in Judo und Ju-Jitsu. Er war jedoch unzufrieden mit den auf Kraft und Technik aufbauenden stark kampforientierten Künsten und suchte für sich einen anderen Weg. So vertiefte er sich zeit seines Lebens auch in religiöse und philosophische Studien. Besonders prägend für sein weiteres Schaffen war die Verteidigungskunst des Daitoryu-Aiki-Ju-Jutsu. 1938 schließlich begann er seinen neuen Weg, das Aikido zu entwickeln. Dabei flossen Elemente anderer Kampfsportarten ebenso ein wie der japanische Schwertkampf. Ueshiba entwickelte das Aikido beinahe bis zu seinem Lebensende weiter und lehrte und trainierte täglich. Seine letzte öffentliche Vorführung gab er noch vier Monate vor seinem Tod im Alter von 86 Jahren.
Nach dem zweiten Weltkrieg begann sich Aikido auch außerhalb Japans zu verbreiten. Schüler von Morihei Ueshiba trugen es in die ganze Welt hinaus und entwickelten es weiter, so entstanden verschiedene Interpretationen des Aikido von Morihei Ueshiba. Die Zentrale des Aikido-Weltbundes Aikikai ist das Honbu-Dojo in Tokyo das heute von Kisshomaru Ueshiba dem Sohn von Morihei Ueshiba geführt wird.

Das Training

Der überwiegende Teil einer Übungseinheit besteht darin, dass Kata-Formen geübt werden. Dabei gibt es eine fixe Rolleneinteilung die festlegt wer der Angreifer (Uke) ist und wer die Position des Verteidigers (Tori) einnimmt. Dabei arbeiten die Partner zusammen und wechseln sich ab, damit jeder seine Technik perfektionieren kann. Der Trainer leitet die Einheit, zeigt Techniken vor und gibt in der Übungsphase Hilfestellungen und Verbesserungsvorschläge. Wettkämpfe sind im Aikido nicht vorgesehen, neue Graduierungen werden durch vorzeigen der Kata-Formen erreicht.
Im Vordergrund stehen waffenlose Techniken, vor allem Hebel- oder Wurftechniken, bei denen aber nicht der Krafteinsatz sondern Bewegung und Technik entscheidend sind. Neben den waffenlosen Techniken wird aber auch der Umgang mit Langstock (Jo) und dem Holzschwert (Bokuto oder Bokken) vermittelt.

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